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HenryFord

 

30. Juli 1863 in Wayne County, Michigan, USA; † 7. April 1947 in Dearborn, Michigan

 

Henry Ford wurde in einer Kleinstadt in Wayne County, in der Nähe von Dearborn, westlich von Detroit, auf der florierenden Farm seiner Eltern, William Ford (1826—1905) und Mary Litogot O'Hern (1839—1876), geboren, die aus der Grafschaft Cork in Irland eingewandert waren. Henry war das älteste von insgesamt sechs Kindern. Er konnte in der ländlichen Gegend nur die Dorfschule besuchen und erhielt somit eine geringe formale Bildung.[1] Als Kind war er sehr interessiert an mechanischen Einzelheiten. Er zeigte hohes handwerkliches Geschick und verbrachte im Alter von zwölf Jahren viel Zeit in seinem Werkraum, den er selbst eingerichtet hatte. Mit fünfzehn Jahren hatte er bereits seinen ersten Verbrennungsmotor gebaut.

 

Im Jahre 1879 verließ er sein Zuhause und zog in das nahe Detroit, um dort seine Lehrzeit als Maschinist zu beginnen. Er arbeitete zuerst bei F. Flower & Bros., später bei der Detroit Dry Dock Co. Nach seiner Ausbildung fand Ford einen Job bei der Westinghouse Electric Corporation, wo er an Ottomotoren arbeitete. Nach seiner Heirat mit Clara Jane Bryant 1888 verbesserte er seine finanzielle Lage mit einem eigenen Sägewerk.

 

1891 wurde Ford als Ingenieur bei der Edison Illuminating Company eingestellt, benannt nach dem Gründer und Direktor Thomas Alva Edison. Mit diesem weltberühmten Erfinder war er in späteren Jahren noch freundschaftlich verbunden. Nach seiner Beförderung zum Chefingenieur 1893 hatte er nun genügend Zeit und Geld, um sich seinen persönlichen Experimenten mit Verbrennungsmotoren zu widmen. Seine Experimente gipfelten 1896 in der Fertigstellung eines selbst-angetriebenen Fahrzeugs, dem Quadricycle.

 

Nach diesem Erfolg verließ Ford Edison Illuminating und gründete mit weiteren Investoren 1899 die Detroit Automobile Company. Während dieser Zeit ließ Ford seine Fahrzeuge Rennen gegen die anderen Hersteller fahren, um die Überlegenheit seiner Modelle zu demonstrieren. Er selbst errang einen Sieg gegen Alexander Winton, einen bekannten Rennfahrer, in seinem Quadricycle am 10. Oktober 1901. Dennoch war die Detroit Automobile Company kurze Zeit später insolvent.

 

Während des Weltkrieges, verklagte Mr. Ford die Chicago Tribune wegen Verleumdung.

Er warf ihr vor, dass sie ehrverletzende Aussagen über ihn verbreite und Ford als „Ignoranten“ bezeichnet habe. Bei der Verhandlung wollten die Zeitungsanwälte anhand von Fords Person beweisen, dass ihre Darstellungen der Wahrheit entsprächen, dass heißt, dass er ein Nichtwisser sei, und mit dieser Absicht befragten sie ihn und nahmen ihn zu einer Reihe von Themen ins Kreuzverhör.

Eine dieser Fragen lautete:

„Wie viele Soldaten sandten die Briten 1776, um die Rebellion in den Kolonien niederzuschlagen?“

 

Ford antwortete trocken:

„Ich weiß nicht, wie viele es waren, aber mir ist zu Ohren gekommen, dass es mehr waren als wieder zurück kamen“.

 

Gelächter vom Gericht, von den Geschworenen und den Zuschauern im Gerichtssaal, sogar vom frustrierten Gegenanwalt und Fragesteller.

 

Diese Art von Verhör zog sich über eine Stunde hin. Ford blieb derweilen ruhig und gelassen. Doch dann stellte der Gegenanwalt eine besonders beleidigende und widerliche Frage.

 

Ford richtete sich auf, zeigte mit dem Finger auf den Anwalt und antwortete:

 

„Falls ich die dumme Frage, die Sie mir soeben gestellt haben, oder auch jede andere Ihrer Fragen wirklich beantworten wollte, gestatten Sie mir den Hinweis, dass ich an meinem Schreibtisch eine Reihe von Piepsern habe. Ich brauche nur mit dem rechten Zeigefinger auf einen dieser Knöpfe zu drücken und schon erscheinen mehrere Männer, die mir all Ihre Fragen und viele mehr, zu deren Formulierung Sie nicht die Intelligenz besitzen, in Windeseile beantworten könnten. Wollen Sie mir freundlicherweise erklären, wieso ich meinen Kopf mit nutzlosen Details vollstopfen soll, wenn ich fähige Mitarbeiter in meiner unmittelbaren Nähe habe, die mir sämtliche Fakten vorlegen können?“ Diese Antwort ist aus dem Gedächtnis von Napoleon Hill zitiert und vielleicht nicht wortwörtlich, sie enthält aber Fords Grundaussage.

 

Im Gerichtssaal herrschte Schweigen. Der befragende Anwalt setzte sich, der Richter lehnte sich nach vorne und richtete seinen Blick auf Ford. Mancher Geschworene wurde wach und sah sich um, als hätte eine Explosion stattgefunden. Ein bekannter Geistlicher, der ebenfalls anwesend war, sagte später, dass ihm sogleich die Befragung Jesu durch Pontius Pilatus eingefallen sei, nachdem Jesus auf die Frage geantwortet hatte: „Wie lautet die Wahrheit?“ Leger ausgedrückt, würden wir heute sagen: Der Gegenanwalt wurde schachmatt gesetzt.